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Wussten Sie, dass...?

...die Glocken unserer Dorfkirche ihr 80-Jahre Jubiläum feiern können? Der 15. November 1925 war ein denkwürdiger Tag in unserer Pfarrgeschichte. Denn an diesem Tag erlebte unser Pfarrdorf eine überaus eindrucksvolle Glockenweihe.

Doch wie kam Bürglen zu den neuen Glocken?

Nach über 300 Jahren treuen Dienstes der alten Glocken machte den Bürgler Pfarrherren die zweitgrösste Glocke, die so genannte Wisiglocke, viel Kummer. Durch den langen Gebrauch war der eherne Mantel dieser Glocke gegen den Rand hin recht dünn geworden. Die Befürchtung war gross dass die Glocke einen Riss bekommen könnte und somit für immer verklingen konnte.

Wer war nun der Initiant für die Beschaffung?

Der neuerkorene HH. Pfarrer Loretz machte es sich zum ersten Plan, ein neues und schönes Glockengeläute anzuschaffen. Die Finanzen mussten jedoch von der Kirche selbst beschafft werden und somit gründete Pfarrer Loretz einen „Glockenfond“.

Wer schuf die neuen Glocken?

Unter verschiedenen Firmen im In- und Ausland wurde die Fa. Grüninger in Villingen (Deutschland) gewählt. Der Vertrag wurde im Januar 1925 abgeschlossen mit dem Ziel die fünf Glocken bis Mitte Mai des Jahres zu liefern. Die Lieferung verzögerte sich jedoch bis November. In der Zwischenzeit wurde der neue Glockenstuhl von der Altdorfer Firma Griesemer aufgebaut. Der triumphale Einzug der Glocken. Am 12. November war es dann soweit. Die Glocken kamen per Bahn in Altdorf an. Auf vier Wagen, die von 18 Pferden gezogen wurden, fuhren die Glocken durch Altdorf Richtung Bürglen. Zusammengefasst kann man sagen dass diese Glocken einen grösseren Empfang erlebt haben als es je ein Bischof erlebt hat.

Die feierliche Glockenweihe

Der Sonntag, 15. November, wurde für unsere Pfarrgemeinde ein unvergesslicher Feiertag. Das Gotteshaus stand im herrlichsten Schmuck und die Herren Pfr. Riedener aus Schattdorf, Abt Ignatius Staub aus Einsiedeln, Kaplan Aschwanden und Pfarrhelfer Baumer sowie Prediger P. Leopold aus Sursee machten dieses Fest zu einem unvergesslichen Ereignis. Die feierliche Glockenweihe. Die Glockenweihe wird mit Recht auch Glockentaufe genannt. In Bürglen heissen die Glocken wie folgt.

  1. Sancta Maxima (Gewicht 3394kg)

  2. Sancta Maria (Gewicht 1350 kg)

  3. St. Josef (Gewicht 736 kg)

  4. Schutzengel-Glocke (Gewicht 546 kg)

  5. Sancta Agatha (Gewicht 375 kg)

Und das Schicksal der alten Glocken?

Die Peter- und Paul-Glocke durfte als einzige der alten Glocken im Turme verbleiben musste jedoch den „2. Platz“ einnehmen. Sie ist 40 Zentner schwer und hat heute noch unumstritten den weichsten und schönsten Klang. Diese Glocke wurde im Jahre 1581 in Altdorf von Franz Sermund von Bormio mit 20 anderen Glocken gegossen. Die Wisiglocke, 20 Zentner schwer, wurde 1469 von Füssli in Zürich gegossen. Die Glocke wurde nach ihrer Arbeit in Bürglen von 72 Männern und Jungmännern auf einem Schlitten ins Riedertal gezogen. Für diesen „Chrampf“ benötigte man zwei Stunden. Am 21. Dezember wurde die Wisiglocke zum ersten mal im Riedertal geläutet. Das Rosenkranzglöcklein (gegossen 1644) schaut heute vom Türmchen des Schulhauses über das Tellendorf und läutet jährlich zwei Male offiziell, nämlich am hl. Fronleichnamsfest und zum jeweiligen Schulspaziergang. Das kleinste Glöcklein (gegossen 1542) läutet heute droben auf den sonnigen Höhen des Herderig als Englisch-Gruss-Glöcklein und lässt seine Stimmer über Berg und Tal erklingen.

Und der Initiant Pfarrer Julius Loretz?

Ihm haben wir letztendlich die neuen Glocken zu verdanken. Und die gesammelte Summe von Fr. 50’000.- innerhalb von 4 Jahren ist wohl eine Meisterleistung der damaligen Zeit. Möge der ausgesprochene Wunsch von Pfr. Loretz anlässlich der Glockenweihe in Erfüllung gehen: „Mögen die neuen Glocken uns und den kommenden Generationen Trost in die Seelen läuten durch die Erinnerung an die höhere Welt, an die wir glauben, für die wir leben und auf die wir hoffen.“

Wie klingen die Glocken?

Hier können Sie sich das Glockengeläut anhören. Die Aufzeichnungen stammen vom Schweizer Radio DRS aus der Sendung Glocken der Heimat

 

 

 

 

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